Evangelische Stadtkirche Eppingen

Quelle: Stefan Lindenmann
Die Evangelische Stadtkirche wurde 1879 eingeweiht und ist durch ihre Lage weithin sichtbar.

Zur Geschichte

Quelle: Evangelisches Pfarramt
Bis zum Jahr 1879 nutzten ca. zweihundert Jahre lang sowohl die evangelische als auch die katholische Gemeinde in Eppingen die heutige Katholische Pfarrkirche als gemeinsames Gotteshaus (sogenannte Simultankirche).
Am 9. April 1873 wurde im "Roth", dem Eppinger Stadtviertel mit etlichen Behördengebäuden, ein Platz für den geplanten Neubau der evangelischen Kirche erworben. Nach einigen Verzögerungen erfolgte am 22. Oktober 1876 die Grundsteinlegung.
Der Plan für das imposante Bauwerk stammte von dem Karlsruher Kirchenbauinspektor Ludwig Diemer. Ähnliche Neubauten Diemers finden sich in Karlsruhe (Johanniskirche) und Rheinbischofsheim. Den Grundriss der Kirche, die im wesentlichen romanische Stilelemente aufzeigt, bildet ein Kreuz. Steht man direkt vor der Kirche, so fällt die gewaltige Dimension dieses Bauwerks kaum auf; aus anderer Perspektive dagegen wirkt sie schon fast wie eine Kirchenburg.

Ausstattung

 Quelle: Evangelisches Pfarramt
Die Ausmaße der Kirche sind beachtlich. Sie bietet Platz für ca. 1.000 Personen, hat zwei große Seitenemporen und viele Nischen zum Sitzen. Sie ist konzipiert in der Form eines Kreuzes, in dessen geometrische Form ein Hexagon eingebaut ist, und entspricht dem Typus der damaligen Predigtkirche.

Glocken

 Quelle: Evangelisches Pfarramt

Seit dem 5. November 1950 ertönt zu vielen Anlässen das vierstimmige Geläute der Ev. Stadtkirche. An diesem Tag wurden drei neue Glocken geweiht, die für die im zweiten Weltkrieg abgegebenen Glocken als Ersatz im Kirchturm montiert wurden.
Die älteste Glocke stammt aus dem Jahr 1516. Die sogenannte "Osanna"-Glocke steht unter Denkmalschutz. Sie hing bis 1878 in der heutigen katholischen Kirche. Der Turm und das Geläute dort gehörten in dieser Zeit beiden Kirchengemeinden. Die Ev. Kirchengemeinde trat ihr Eigentumsrecht am Turm ab, ebenso am Geläute. Lediglich die große Glocke wurde mit in den Neubau der Stadtkirche übernommen.
Mit einem Gewicht von 1713 kg ist sie die schwerste und größte Glocke im Kirchturm. Gegossen wurde sie von von der Glockengießerei Lachamann (tiefer Ton Es). Die Inschrift auf der Glocke lautet: "Osanna heis ich - in unser fraven er leut ich  - die wetter fertreib ich - bernhart Lachamnn gos mich 1516" (Osanna heiß ich, zur Ehre der Jungfrau Maria - unserer Frau - leute ich, die Wetter vertreibe ich, Bernhart Lachamnn goss mich 1516).

Mit 1064 kg ist die sogenannte Betglocke (in F) die zweitgrößte Glocke. Ihre Inschrift lautet: "Haltet an am Gebet" (Römer 12, 12).
Die Totenglocke (As) ist den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege gewidmet. Sie hat ein Gewicht von 639 kg. Die Inschrift lautet: "Ich lebe und ihr sollt auch leben" (Johannes 14, 19).
Die kleinste Glocke mit 451 kg ist die Christusglocke mit dem hellen Ton B. Das ihr aufgeprägte Bibelwort lautet: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" (Hebräer 13, 8).

Orgel

Quelle: Evangelisches Pfarramt
Die 1879 angeschaffte Voit-Orgel steht unter Denkmalschutz und gehört zu den Raritäten ihres Genres. Im Jahr 2009 wurde sie grundlegend renoviert. Mehr über die Orgel finden Sie hier.

Innenausstattung

Quelle: Stefan Lindenmann
Unter der schlichten Holzdecke der Vierung hängt seit 1990 wieder ein Kronleuchter, nachdem sein Vorgänger im Jugendstil Opfer der Renovierung in den sechziger Jahren wurde. Er nimmt Formen und Elemente des Raums auf und weist mit seinen perlenartigen Leuchten auf das himmlische Jerusalem hin.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Stefan Lindenmann
Hinter dem Altar in der Mitte des Chorraumes ist ein Kreuz mit dem Bild des Erlösers angebracht. Drei Glasfenster des Heidelberger Künstlers Willi Sohl, eingebaut 1956 im Chorraum, erinnern an die drei Hauptfeste im Kirchenjahr (Weihnachten, Ostern und Pfingsten).
verschiedene Ansichten  und Einblicke in und auf unsere Kirche finden Sie hier.